NaturErlebnisRäume für Kinder

Natur-Erlebnis-Räume (NER) sind naturnahe Garten(t)räume für Kinder jeden Alters!

Insbesondere kleine Kinder benötigen für ihre Entwicklung Raum, in dem sie sich einerseits gefahrlos frei bewegen dürfen und können und der ihnen andererseits mannigfaltige Möglichkeiten offenbart, die Selbstwahrnehmung quasi nebenbei und spielerisch zu schulen. 
Spielgeräte aus Kunststoff und Metall braucht es dazu nicht wirklich – Naturerfahrungen in einem naturnahen Bewegungsraum sind meist viel wertvoller und oft auch vergleichsweise kostengünstig zu erstellen. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch ältere Kinder und Jugendliche sich leicht in den Bann der Begeisterung für Natur-Erlebnis-Räume ziehen lassen. Mit Naturerlebnissen werden viele Bereiche der jugendlichen Entwicklung angeregt und angesprochen. Dabei dürfen auch die beliebten modernen Medien, Handy und Apps genutzt werden. 

Bei der Planung von NaturErlebnisRäumen unterscheiden wir selbstverständlich Projekte für den U3 und Anlagen für den Ü3-Bereich.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Anschauen von Bildern und Film…

 

YouTube-Beitrag des Naturgartenvereins mit meinem Kollegen Dr. Reinhard Witt…

Und noch ein Lesetipp für Sie:

https://stadtundgruen.de/artikel/natur-erlebnis-raeume-6796.html

NaturErlebnisRäume noch intensiver betrachtet

Erinnern Sie sich noch?

Können Sie sich noch erinnern an all das ungezwungene Spiel in der freien Natur, an das planschen in kalten Bächen und das aufstauen des Wassers mit Steinen und Ästen, an die bunten Blumenwiesen und die duftenden Wälder durch deren hohes Laub wir im Herbst stapften, um Beeren und Pilze zu finden? Erinnern Sie noch das sich Ausprobieren und das freie Klettern auch in große, alte Bäume und an das Blumenpflücken zu Muttertag? Und fühlen Sie noch das Kribbeln in der Magengrube, wenn es wieder etwas neues, etwas noch fremdes zu entdecken gab?

Nasse Socken, aufgeschürfte Knie und auch mal ein Bienenstich durften sein, gehörten einfach zum Leben, als kleine alltägliche Krisen, die es zu bewältigen galt und die meist gut weggesteckt werden konnten und die uns übrigens auch reifen ließen. Sie machten uns sogar stark, um das nächste Hindernis angehen zu können.

Und trotz der vielen ungenießbaren oder gar giftigen Pflanzen, ist uns nichts passiert. Wir wussten schon als kleine Kinder, dass man nicht alles essen kann, dass es auch Beeren für Vögel und andere Tiere gibt.

Es hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vieles komplett verändert.
Wir sollten gut und intensiv darüber nachdenken, was davon mehr schadet als nutzt. Gerade auch im Sinne unserer Kinder und Enkelkinder.

Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, aber wir können dennoch etwas tun: Räume schaffen, die in ihrer Wirkung auf unsere Kinder ähnlich sind, ihre Entwicklung fördern und sie stärken. NaturErlebnisRäume haben genau dies zum Ziel.

Chancen und Grenzen? 

NaturErlebnisRäume sind nicht nur geeignete Spielräume für Kinder, sie ermöglichen ihnen den Kontakt zur Natur und das Erleben natürlicher Zusammenhänge in einem geschützten, aber vielfältigen und interessant anmutenden Raum. Sie regen Phantasie und Kreativität an. Gut geplante NaturErlebnisRäume wirken positiv auf das Wohlbefinden, die körperliche und geistige Entwicklung sowie auf die Psyche und das Lernverhalten der jungen Menschen.

Die Idee dazu hat ihre Wurzeln in der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen und ist in Zusammenarbeit mit der Naturgartenbewegung weiterentwickelt worden. 

Konventionell und meist lieblos geplante Außenräume unserer Schulen und Kindergärten stehen dazu in krassem Gegensatz, denn mit ihrer kalten Architektur und den großflächig versiegelten Flächen erzeugen sie bei Kindern eher Unwohlsein und Angst, die sich nicht selten auch in ihrem Verhalten widerspiegeln. Sterile, ja tot wirkende Außengelände, plastik- und betonlastige Spielbereiche hindern unsere Kinder daran, die Wahrnehmung ihrer selbst und ihrer Umwelt zu stärken, ja  verhindern den Blick auf das wahre Leben schier zur Gänze.

In Zeiten von Klimakrise und allgemeiner Unsicherheit müssen wir unsere Wertvorstellungen anpassen, damit wir unseren Kindern die Möglichkeiten eröffnen, nicht so zu werden, wie wir selbst es oft sind: Ängstlich, unsicher und konsumorientiert.

Am Einfachsten ist dies möglich, in dem wir eine positive, lebensbejahende, ja lebendige Umwelt schaffen und unsere Kinder auch daran teilhaben lassen.

NaturErlebnisRäumen werden umfangreich modelliert und strukturiert, und ermöglichen unterschiedlichste Aktivitäten: Es gibt Spielbereiche mit Kletter- und Balanciermöglichkeiten aus Stein und Holz, Kriechtunnel, Wippen aus Bohlen, aber auch eine Schaukel und eine Rutsche. Regenwasser wird genutzt und auf eine Wasserspielgelände geleitet. Trockenmauern bilden Sitzbereiche, und es gibt auch Rückzugs-, Ruhe- und Kommunikationszonen in etwas abseits liegenden geschützten Plätzchen, außerdem Hütten, Weidentipis, Baumburgen und kleine Höhlen. Alles natürlich üppig bepflanzt mit vorwiegend heimischen Gehölzen und Kräutern, um Kindern und Jugendlichen auf kleinstem Raum die Schätze der Natur nahebringen zu können….

Wo in unserer ausgeräumten und intensiv genutzten Umwelt wird ihnen noch solch eine Möglichkeit angeboten? So können auf einem einzigen Spielgelände dieser Art mehr Pflanzen- und Tierarten vorkommen, als im gesamten Rest der Gemeinde. Wetten!?

Wirkung von Pflanzen auf das leibliche und psychische Wohlbefinden

Die meisten Ängste und die allergrößte Skepsis der Eltern und Lehrer bei der ersten Begegnung mit NaturErlebnisRäumen gelten der vermeintlichen Unfallgefahr. Genau da, wo bisher peinlichst darauf geachtet wurde, dass möglichst jegliche Unfallgefahren von vornherein vermieden werden, entstehen nun plötzlich selbst gebaute Natursteinmauern, unebene Kieswege und unterschiedliche Wasserflächen, dazwischen verteilt Klettermikado und Baumstämme als Biotopholz. 

Tatsache ist allerdings, daß die Unfallversicherungen der Städte und Gemeinden, die schwersten Unfälle auf konventionellen und betonierten Außengeländen verzeichnen, eben genau dort, wo jedes Hindernis aus dem Weg geräumt wurde. Hingegen kommt es dort, wo nach landläufiger Meinung die Unfallgefahr allgegenwärtig ist, kaum zu Unfällen, und wenn, dann ergeben sich hier eher alltäglichere Verletzungen der leichten Art, blaue Flecken oder Schürfwunden, die meist gar nicht erst als „Versicherungsschaden“ gemeldet werden.

Eigentlich ist es ja logisch: Wo Gefahren sichtbar sind, reagieren Kinder automatisch mit der ihnen angeborenen Aufmerksamkeit und Vorsicht. 

Das NaturErlebnisKonzept wurde daher auch in der Neuauflage der DIN EN 1176/1177 berücksichtigt.

Die meisten NaturErlebnisRäume werden mit sehr viel Eigeninitiative auch von Lehrern und Eltern umgesetzt. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis ist daher meist etwas niedriger als bei Projekten, wo zusätzlich zu sämtlichen Baumaterialien auch noch die komplette Umsetzung (Trockenmauerbau etc.) vergeben werden muss und liegt derzeit bei etwa 90.- EUR.

Sie wollen mehr erfahren!? 

Eine ausführliche Einführung in diese besondere Thematik mit detaillierter Beschreibung der Vorgehensweise in der Planung und Ausführung und weitere wunderbare Informationen und Einzelheiten zu NaturErlebnisRäumen finden Sie im Buch von Manfred Pappler und Reinhard Witt: „NaturErlebnisRäume“ (Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung GmbH, Seelze-Velber, 2001).

Lassen Sie uns gemeinsam viele NaturErlebnisRäume schaffen!